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Herzlichen Glückwunsch an das

neue Stürzelberger Schützenkönigspaar.

 

 

 

 

 

Jan I. Peters und

Königin Heike Pesch

Eine Deutschlandtour, die sich gewaschen hat.

Begleitung Obdach. Sauber: Ludger Bücker aus Lippetal tourt mit einer Waschmaschine quer durch Deutschland. Auf seinem Weg von Konstanz nach Lippetal machte er am 9. Oktober Station in Stürzelberg. „Anker“-Wirt Wolfgang Wolsch (r.) gewährte dem Wanderer Obdach.

Ein 46-jähriger Krankenpfleger reist mit einer Waschmaschine quer durch die Republik.



Dormagen. 70 Kilo schwer und schlecht zu Fuß: eine ideale Wanderpartnerin sieht wahrlich anders aus. Ludger Bücker hat an seiner Begleiterin aber doch einen Vorteil ausgemacht. „Sie hält die Klappe“, sagt er und schmunzelt. Seit dem 11. September ist der 46-Jährige mitsamt einer Waschmaschine zu Fuß unterwegs, um Deutschland hautnah zu erleben. Sein Weg führt von Konstanz am Bodensee entlang des Rheinverlaufs (später der Lippe) bis ins heimische Lippetal. Drei Freunde sorgen dafür, dass er jeden Abend ein Bett findet: Sie buchen im Vorfeld Pensionen entlang seiner Wegstrecke.

Jetzt machten Ludger Bücker und seine Waschmaschine Station in Stürzelberg. Im Schankraum der Gaststätte „Zum Anker“, wo beide rasteten, traf die WZ den Wanderer und seine Begleitung. Für einen Mann, der seit vier Wochen eine Sackkarre samt Waschmaschine durch die Lande schiebt („Ich öle die Lager jede Stunde“), sieht Ludger Böcker erholt aus, trotz „Blasen, Krämpfen und dicken Beinen“. „Meinen persönlichen Jakobsweg“ nennt er seine Wanderung, zu der ihn vor Jahren ein Buch inspiriert hat: Der Brite Tony Hawks ist als Ergebnis einer verlorenen Wette mit einem Kühlschrank im Gepäck als Anhalter durch Irland gereist und hat seine Erlebnisse aufgeschrieben.

 

Nur der gelaufene Kilometer zählt auf Bückers irrem Trip


Trampen aber kommt für Bücker nicht in Frage. Nur der gelaufene Kilometer zählt. Das Angebot der Dame am Schalter der Köln-Düsseldorfer in Koblenz, ihn kostenlos bis Köln zu schiffen, lehnte er folglich ab. „Immerhin hat sie dann eine Stunde auf meine Waschmaschine aufgepasst, damit ich mir ein paar neue Schuhe kaufen gehen konnte“, sagt der Wandersmann lachend. Das war nur eine von zahlreichen, durchweg positiven Begegnungen, die Ludger Bücker, der im Alltagsleben Krankenpfleger in der Forensischen Psychiatrie ist, auf seinem Weg gemacht hat.

Das Klischee, die Deutschen seien „biestig und nicht hilfsbereit“, kann er nicht bestätigen. Im Gegenteil: „Jeder will helfen, und wenn die Leute sagen, ,Sie haben aber einen Knall’, dann lachen sie dabei“, erzählt er.

Am nächsten Mittwoch will Ludger Bücker wieder in seiner Heimatstadt Lippetal eintreffen und die Waschmaschine erst einmal beiseite stellen. Bis zum nächsten Trip, der ihn dann bis über die Alpen führen soll.

 

Quelle: WZ 12. Oktober 2012 - 18:05 Uhr